Bantam gegen Gentechnik

19. Mai 2009

Umweltschützer pflanzen garantiert gentechnikfreien Mais im Garten des BUND-Kinder-Umwelthauses

In Gärtnerkleidung und mit riesigen Maiskolben demonstrierten heute Aktivisten des BUND und des Umwelthauses am Schüberg im Haus der BUNDten Natur des BUND gegen Gentechnik in der Landwirtschaft. Dabei verteilten sie Samentütchen mit »Golden Bantam«, einer samenfesten Maissorte, das heißt einer Sorte, deren Körner im Gegensatz zu den gängigen Maissorten in der Landwirtschaft für die Wiederaussaat im nächsten Jahr geeignet sind.

Die Idee ist einfach. Wer nicht will, dass in seiner Umgebung gentechnisch veränderte Pflanzen ausgesät werden, baut selbst an – etwa Öko-Mais der Sorte Bantam. Das Gentechnikgesetz besagt, dass ein Landwirt, der gentechnisch veränderte Saaten ausbringen will, je nach Pflanzenart Mindestabstände zu den entsprechenden Nachbarkulturen einhalten muss. Diese sind wissenschaftlich gesehen natürlich meist viel zu gering, doch wenn sich genügend Menschen finden, die z.B. Bantam anbauen, wird es eng für den Gen-Mais.

Die Umweltverbände weisen darauf hin, dass Bundeslandwirtschafts-ministerin Ilse Aigner zwar für dieses Jahr die Aussaat von Genmais verboten hat. Allerdings werde diese Entscheidung derzeit von der EU-Kommission geprüft und der Konzern Monsanto habe bereits Klage angekündigt. Außerdem habe die Ministerin vor kurzem den Anbau gentechnisch veränderter Kartoffeln erlaubt.

Es sei deshalb wichtig, die Interessen aller zu bündeln, die gegen Gentechnik sind und dazu selbst gentechnikfreie Pflanzen anbauen. Die Organisatoren der Bantam-Aktion haben dafür unter „www.bantam-mais.de“ eine Deutschlandkarte ins Internet gestellt, auf der jeder seinen Mais-Standort eintragen und so zur »gentechnikfreien Zone« erklären kann. 50.000 Gärtnerinnen und Gärtner haben sich bereits registriert.

Neben der Werbung für eine möglichst großflächige Verbreitung von Bantam-Mais macht der BUND zusammen mit dem UmweltHaus am Schüberg seinen Einfluss geltend, um ein Gentechnikgesetz durchzusetzen, das den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen grundsätzlich untersagt und damit Verbraucher und Natur wirksam schützt.

Für Rückfragen:
Thomas Schönberger, UmweltHaus am Schüberg, Tel. 040/ 605 10 14
Paul Schmid, BUND Hamburg, Tel. 040/ 600 387 12

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