„Ziele ohne Gentechnik erreichbar“

16. August 2009

Bergedorfer Zeitung vom 12.08.2009
Ochsenwerder (hy). Bärbel Höhn (57), stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, genoss gestern Bio-Mais in Ochsenwerder. Die Bundestagsabgeordnete informierte sich bei Thomas Sannmann, Betreiber der gleichnamigen Demeter-Gärtnerei, und weiteren Mitgliedern der „Initiative gentechnikfreie Metropolregion Hamburg“ über den Anbau von samenfestem Süßmais. Nach der Verkostung sprach die Politikerin über die Gefahren der Gentechnik.

Der Maiskolben, den die Grünen- Politikerin frisch von Sannmanns Feld nahe der Ochsenwerder Kirche pflückte, schmeckte ihr ausgezeichnet. Gern verewigte sich Höhn auf der Tafel mit der Aufschrift „Wir setzen ein lebendiges Zeichen gegen Gentechnik“.

Der Widerstand gegen gentechnisch verändertes Saatund Pflanzgut wachse, berichtet Höhn. Es handle sich um „eine andere Dimension als in der Medizin“. Die Ziele der Gentechnik seien auch anders und effektiver erreichbar, meint die frühere Umweltministerin von Nordrhein-Westfalen (1995 bis 2000) und ehemalige Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Sie verweist auf das Smart-Breeding-Verfahren (übersetzt: Pfiffige-Aufzucht- Verfahren). „Da wird das Wissen der Genforscher genutzt und geguckt, was genau in den Pflanzen steckt. Dann wird das Saatgut besonders prädestinierter Pflanzen gekreuzt.“

Hersteller gentechnisch veränderten Saatguts interessierten sich nicht für die Gesundheit der Menschen, kritisierte Höhn. „Um alle satt zu kriegen, benötigen wir andere Besitzverhältnisse und einen neuen Zugang zu den Weltmärkten.“

Landwirte, die auf den Einsatz von Gentechnik verzichten, werden im Vorteil gegenüber den Regionen sein, die keine gentechnikfreien Lebensmittel mehr liefern können, meint Höhn. Als Beispiel nennt sie Kanada: „Von dort aus kann kein gentechnikfreier Raps mehr geliefert werden.“

Die Kennzeichnung von Lebensmitteln mit einem einheitlichen „Ohne Gentechnik“-Logo des Bundeslandwirtschaftsministeriums bezeichnete die Politikerin als „Vorteil“. Das Logo soll ab Herbst in den Geschäften auftauchen.


Fotos: R. Wobbe

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