Hamburg (wi). Der Einsatz der Initiative gentechnikfreie Metropolregion Hamburg wurde gestern von einem Erfolg gekrönt. Die Hamburgische Bürgerschaft stimmte einem interfraktionellen Antrag von GAL, CDU, SPD und der Linken für ein “Gentechnikfreies Hamburg” zu. In der Begründung heißt es: Aufgrund der bislang nicht abschließend bewertbaren Risiken, die von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in der Landwirtschaft, Pflanzenzucht und Lebensmittelproduktion ausgehen, ist es auch in Zukunft dringend notwendig, auf den Anbau von GVO auf Hamburger Boden zu verzichten.
Anlässlich der heutigen Sitzung der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg und des interfraktionellen Antrags zu „Gentechnikfreies Hamburg“ erklären hierzu Vertreter der gentechnikfreien Metropolregion Hamburg: „Wir begrüßen sehr, dass es in Hamburg gelungen ist, sich in dieser wichtigen und existenziellen Zukunftsfrage für die gentechnikfreie Land- und Lebensmittelwirtschaft auf einen parteiübergreifenden Antrag zu einem gentechnikfreien Hamburg zu einigen.“
Die Zahl der Hungernden weltweit war noch nie so hoch wie heute. Warum führt unsere industrielle Überproduktion dazu, dass eine Milliarde Menschen hungert, eine Milliarde an krankhaftem Übergewicht leidet und eine weitere Milliarde fehlernährt ist? Wie können wir die Überdüngung der Ozeane, den Verlust der Artenvielfalt, Bodenfruchtbarkeit und traditionellem Wissen stoppen? Der Weltagrarbericht, im Auftrag der Weltbank und UNO von 500 Wissenschaftlern in fünfjähriger Arbeit erstellt, gibt darauf unbequeme Antworten: “Weiter wie bisher ist keine Option”, auch nicht in Saatgutfragen. Dieses soll demnach an lokale Gegebenheiten angepasst und frei verfügbar sein und in seiner Vielfalt erhalten bleiben.
Als Wunderwaffe gegen den Hunger in der Welt und als Lieferant für Biomasse preist die Industrie gentechnisch veränderte Pflanzen an. “Glauben sie nichts davon”, ist die Botschaft, mit der Percy Schmeiser zurzeit unterwegs ist.
Thomas Sannmann von der Demeter Gärtnerei Sannmann stellte die “Initiative für eine gentechnikfreie Metropolregion Hamburg” im Rahmen der Vortrags-Veranstaltung mit Percy Schmeiser am 16.10.2009 vor.
Der bekannte kanadische Farmer und Saatgutzüchter Percy Schmeiser, der für seinen Kampf gegen Genmanipulation in der Landwirtschaft mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet worden ist, hat Ahrensburg besucht.